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  • Foto: Kiran West

      Mi 28.02.2024, 19.30 - 21.45 Uhr | Großes Haus

      Ballett von John Neumeier nach dem Epos des Homer

      Odyssee

      Eines der bedeutendsten Stücke der Dichtkunst ist der Epos "Odyssee" des griechischen Lyrikers Homer. Sich mit diesem umfassenden Werk um den Helden Odysseus und seiner abenteuerlichen Reise zu befassen, entschied John Neumeier auf Einladung des Athener Opern- und Konzerthauses Megaron im Jahr 1995. Seine tänzerische Bühnenfassung sollte so nah wie möglich an die Wurzeln des Epos heranreichen und die literarische Vorlage gleichzeitig auf eine Ebene der Bewegung übersetzen. Eine Voraussetzung dafür war die Vergabe eines Auftragswerks an den griechischen Komponisten George Couroupos sowie die Zusammenarbeit mit dem griechischen Bühnen- und Kostümbildner Yannis Kokkos. Zum 85. Geburtstag von John Neumeier kehrt dieses monumentale Werk über Krieg, Heimatsuche, das Unterwegssein und die Begegnung mit der Fremde zurück ins Repertoire.

      zehn Jahre Irrfahrt
      zehn Jahre Rückkehr
      zehn Jahre Heilung
      nach zehn Jahren Krieg.

      Ohne Krieg ist die "Odyssee" nicht denkbar. Für mich geht es darum, dass ein Mensch nach einem zehn Jahre dauernden Krieg wieder zu sich selber finden muss, dass er aus dieser im negativen Sinn männlich definierten Macho-Welt von Kampf und Krieg zu seiner Ganzheit zurückfinden und seinen femininen Teil wiederentdecken muss. Der heißt Penelope.

      John Neumeier


      Musik: George Couroupos – Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper
      Choreografie und Inszenierung: John Neumeier
      Bühnenbild und Kostüme: Yannis Kokkos

      2 Stunden 15 Minuten | keine Pause

      URAUFFÜHRUNG:
      Hamburg Ballett, Megaron The Athens Concert Hall, Athen, 20. November 1995
      PREMIERE IN HAMBURG:
      Hamburg Ballett, 17. Dezember 1995

      ORIGINALBESETZUNG:
      Odysseus: Ivan Liska
      Penelope: Anna Polikarpova
      Telemachos: Ivan Urban
      Pallas Athene: Anna Grabka
      Er: Nicolas Musin
      Kalypso: Heather Jurgensen
      Nausikaa: Bettina Beckmann
      Kirke: Chantal Lefèvre
      Das Meer: Laura Cazzaniga
      Die Freier / Der Krieg: Jirí Bubenícek, Otto Bubenícek
      Eurykleia: Karen Niles

      GASTSPIELE:
      1995 Athen 1996 Ludwigshafen, Montpellier, Genua Nervi 1997 Sagami Ono, Osaka, Tokio

      IM REPERTOIRE:
      Königlich Dänisches Ballett

      Altersempfehlung: ab 14 Jahren / Klasse 9

      Koproduktion der Hamburgischen Staatsoper mit Megaron The Athens Concert Hall

      [MEHR]
      VOR DER AUFFÜHRUNG ZU LESEN
      Von John Neumeier

      in der Werkschau der vergangenen Saison wurde eine große Zahl meiner Ballette gezeigt. Trotzdem war es nicht möglich, jedes wichtige Werk neu einzustudieren. Vor diesem Hintergrund habe ich – als ersichtlich wurde, dass ich ein weiteres Jahr als Intendant bleiben würde – festgelegt, dass es wichtig ist, "Odyssee" wieder ins Repertoire zu bringen.

      Dieses Ballett nimmt eine ganz besondere Position in meinem Gesamtwerk ein. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ein Ballett auf der Grundlage von Homers großartigem epischem Gedicht zu erschaffen. Tatsächlich war es ein Auftragswerk der Megaron Concert Hall. Ich fühlte mich von diesem Auftrag so geehrt, dass ich ihn nicht ablehnen konnte. Ähnlich wie die Kreation des Mozart-Requiems für Salzburg war es eine einzigartige Gelegenheit, dieses bedeutende Epos in der Hauptstadt des Landes kreativ zu adaptieren, wo es seinen Ursprung hatte.

      Ich möchte dieses Ballett in meiner letzten Saison neu rekonstruieren, weil es im Vergleich zu meinen anderen Werken einen einzigartigen choreografischen Stil verkörpert. Wie schon oft war es auch hier eine besondere Musik, die mich unbewusst zu einer völlig andersgearteten choreografischen Sprache inspirierte. So war es auch mit "Odyssee" .

      In einer Welt, die so unerwartet wieder aufgewühlt ist von Kriegen und ihren entsetzlichen Auswirkungen, bin ich überzeugt, dass dieses Werk besonders zeitgemäß ist. "Odyssee" gehört zu meinen anti-aggressiven Antikriegsstücken. Mit Sicherheit reflektiert es meine Gefühle als junger Mann gegenüber dem Vietnamkrieg, den Amerika so besinnungslos führte. Insofern ist "Odyssee" eine Art Gegenstück zu "Dona Nobis Pacem". Es ist ein aufrichtiges Plädoyer für den Frieden, genau wie die letzten Zeilen in Homers Epos.

      Übersetzung: Jörn Rieckhoff


      ZUM INHALT

      UNTEN
      die andere Seite: ist das Odysseus?
      das war Odysseus – mit seinem kleinen Sohn Telemachos

      OBEN
      im Olymp die Götter

      Auf See
      das immerwährende Meer
      Odysseus
      DÉJÀ-VU
      der Krieg im Kopf – Erinnerungen an den Kampf um Troja
      Odysseus, seine Gefährten, seine Gegner
      GELANDET GESTRANDET
      Odysseus, Kalypso

      VATER-LAND | MUTTER-ERDE | ITHAKA
      Odysseus' Zuhause
      die Frauen – Eurykleia und die Weberinnen, Penelope und ihr Sohn Telemachos,
      der kein erwachsener Mann werden soll, werden kann, werden will
      DAS TUCH
      DIE FREIER
      Antinoos, Eurymachos, Leiokritos und die anderen, die um Penelope freien und sie
      bedrängen

      DER FREMDE GAST
      die Göttin – Pallas Athene, Telemachos und Odysseus, der fern ihm nah ist
      der Sohn wird zum Mann und geht auf die Suche nach dem Vater
      DIE SUCHE
      ÜBERS MEER

      KALYPSOS GROTTE
      der Erneuerung Schoß
      Kalypso, Odysseus und die beiden gegnerischen, zwiespältigen Kräfte, die ihm die
      Heimkehr erleichtern und erschweren werden,
      Odysseus' Reise geht weiter, das Meer nimmt ihn auf
      WEITER WIEDER

      NAUSIKAA MIT DEN WEIßEN ARMEN
      Nausikaa und ihre Freundinnen entdecken im Spiel den gestrandeten Odysseus
      SCHERIA
      Odysseus wird mit großer Gastfreundschaft von Nausikaas Eltern, ihrem Vater Alkinoos
      und ihrer Mutter Arete, und den Phäaken aufgenommen
      Rast und Rückbesinnung

      GESANG VON TROJA
      auf Scheria erzählt der Sänger Demodokos vom zehnjährigen trojanischen Krieg

      ODYSSEUS' BERICHT ÜBER DIE ZEIT DANACH
      seine Irrfahrten
      ein Irrweg
      DER ÜBERFAll AUF ISMAROS
      die ersten rein zivilen Opfer des Odysseus
      ein Krieg ohne Anlass, ein Angriff ohne Grund aus Gier, Geldgier, Fressgier, Gewöhnung
      die Deformation des Menschen zum Krieger

      LAZARETT | HOSTIPAL | HEIL-ANSTALT
      der Wahn, es gäbe seelische Unversehrtheit durch körperliche Heilung
      Drogen gegen Wunden
      im Reich der Lotus-Esser

      BLENDUNG UND VERBLENDUNG
      Jäger und Gejagter – Odysseus und Polyphemos, der einäugige Kyklop
      Jäger oder Gejagte – Odysseus, seine Gefährten und die sagenhaften, riesigen,
      menschenfressenden Lästrygonen
      Krieg ist nicht Sieg

      KIRKE
      Schwein gehabt

      DER WEG IN DEN HADES
      zurück zu den Müttern
      der Held muss durch den Tod gehen, um sich dem Menschlichen wieder anzunähern

      DIE SIRENEN
      Unterwegs
      ein letzter kurzer Blick zurück, eine flüchtige Erinnerung, während er heimwärts eilt

      ZUHAUSE
      Ithaka, die Göttin als Bettlerin, der Sohn
      er erkennt den Vater
      der erkennt den Sohn

      DER TAG DER ENTSCHEIDUNG
      Hochzeitsvorbereitungen
      Penelope, ihre Frauen, ihre Freier
      DER FREMDE
      wirkliches Gespräch oder irreale Zwiesprache
      Penelope und Odysseus
      DIE ENTSCHEIDUNG
      wen wählt sie?
      wer ist der Fremde, der Außenseiter, der Ausländer
      raus
      ODYSSEUS
      Rache?

      PENELOPE
      Penelope erkennt Odysseus
      sie ist er
      er ist sie
      TELEMACHOS
      irgendwo

      Das Programmheft ist ab dem 22. Februar in unserem Onlineshop erhältlich

      Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
      Preise: 6,00 EUR bis 97,00 EUR

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